Acom

18. Juni 2010

So, lange kam nichts neues, deshalb jetzt im Minutentakt.

Ich war gestern bei Acom. Für alle, denen das kein Begriff ist, Acom ist ein kleine Computerfilialenkette in Berlin mit 2 Filialen.

Dadurch, dass ich früher Aushilfsweise bei K&M gearbeitet habe, war mir der Name auch bekannt, da wir die Leute öfter dahin verwiesen haben, falls es irgendwas bei uns nicht gab.
Durch Kollegen habe ich dann auch erfahren, dass Acom irgendein perverses Aufzugsystem hat.
Jetzt habe ich es gesehen! Unten ist der Laden und dadrüber ist anscheinend das Lager und die Technik, das heißt jeder Scheiß muss erst mit nem Lastenaufzug runtergefahren werden.

Aber egal, ich hatte also den Auftrag 2 Laptoptaschen zu begutachten (ja, solche schweren in Entscheidungen darf ich für andere Menschen treffen). Zwei, weil ich mir beide vor Ort anschauen wollte und dann entscheiden, welche der beiden die bessere ist.

Nach 20 Minuten warten war ich an der Reihe und habe mein Anliegen vorgetragen.
Nach einem sehr sehr lustigen Witz über meinen Nachnamen (den ich noch NIE vorher gehört habe) war meine Bestellung auch schon gefunden.
Folgender Dialog entwickelte sich.

‚Ja, zwei Notebooktaschen, kommt dann gleich runter!‘

‚Alles klar, aber ich kann mir die vorher nochmal anschauen, oder? Weil ich nur eine von beiden nehmen möchte‘

(kurzes zögern und entsetzen und auf den Monitor schauen) ‚Ähm, aber das ist ja schon eine persönliche Bestellung, eigentlich geht das nicht, dann nur eine zu nehmen‘

‚Doch doch, das geht, ich hab das ja über das Internet bestellt, und da habe ich ein Widerrufsrecht, das heißt ich könnte auch keine nehmen.‘

‚Naja, wir schauen gleich mal, wenn die Taschen da sind, kleinen Augenblick‘

Bei uns (K&M) war das immer eine Sache von 2 Minuten. Wenn der Kunde eine Sache aus der Bestellung nicht wollte, haben wir die komplette Bestellung rausgenommen und ihm das verkauft, was er wollte und der Rest wurde eingelagert.
Da ich aber eine zivilrechtliche Grundausbildung hinter mir habe, wußte ich ja um meine Rechte und habe mir weiter keine Gedanken gemacht.

Nach einer gefühlten Stunde, waren dann die Sachen auch schon unten. ‚Mein‘ Berater hat die Sachen dann aus dem Aufzug geräumt und noch eine Weile liegen lassen, wahrscheinlich um mich noch ein wenig für meine unglaubliche Idee zu strafen.
Lustigerweise hat dann aber der andere Mitarbeiter, der wohl auf der Suche nach einem Switch war, 5 Minuten die Kiste untersucht in der eine der Taschen war um herauszufinden was das wohl ist.
Schlussendlich half ihm dann der Kollege.

Ich hatte auch schon Angst, er würde sich nicht trauen nachher bei mir die Kiste aufzumachen um mir die Tasche zu zeigen, aber die Angst war unbegründet.
Er hat dann mit einer unfassbaren Vorsicht – ich hatte kurz die Vermutung sie wäre mit Schwarzpulver gefüllt – diese Kiste aufgeschnitten.

‚So, ich nehm dann die hier‘ sprach ich

‚Alles klar, dann muss ich die nur nochmal hochschicken, damit die die Seriennummer löschen‘

Ohne Scheiß, das hat wieder 20 Minuten gedauert.

Um dann doch noch freundlich zu sein, habe ich mich für den Aufwand entschuldigt:

‚Tut mir leid, ich wußte nicht, dass das bei euch so ’ne Aktion ist, bei uns hat das immer nur 2 Minuten gedauert. Wir haben die dann einfach komplett rausgenommen und die andere wieder rein‘

‚Ja, aber das geht ja nicht, wir können die Tasche ja nicht wieder ins Nirvana schicken‘

‚Nee, aber ihr könnt sie ja einfach wieder einlagern‘

‚Ja, aber das ist ein Artikel der jetzt extra bestellt wurde, deshalb haben wir das ganze jetzt auf Kulanz gemacht‘

‚Nee nee, das war ja wie gesagt ein Internetgeschäft‘

‚Nein, sie sind ja jetzt hier im Laden‘

‚Ja, aber ich hab ja noch nichts gekauft, und bestellt habe ich übers Internet‘

‚Na gut, da gehe ich mit‘

Schön, dass er es am Ende verstanden hat, aber schade, dass es trotzdem ein fader Beigeschmack bleibt.
Dafür, dass ich da bestimmt über eine Stunde verbracht habe, nur um eine beschissene Tasche zu kaufen, war das dann doch nicht so toll, dass ich es je wiederholen möchte.

Das ist wohl auch der Grund, wieso die Leute so viel bei K&M einkaufen, obwohl das bei den meisten Sachen bei weitem nicht der günstigste Laden war/ist.
Aber wir haben uns nie so eingekackt!


G-R-Ü-N

23. März 2010

Zugegeben, wenn man in einem Computerladen arbeitet, hat man mit vielen Sorten von Kunden zutun.

Die einen sind die, denen im Grunde alles egal ist. Der Preis spielt meist keine Rolle und dem Verkäufer wird ohne Einschränkung vertraut.

Die anderen wissen mehr als man selbst, sind dabei aber nicht überheblich, sondern sehen ein, dass man auch als Mitarbeiter im Hardwareverkauf nicht ALLES wissen kann.

Die schönsten sind aber die Computerbildleser, die ALLES besser wissen und sich dann darüber beschweren, wie SCHEIßE doch der Laden ist, wenn sie eines besseren belehrt werden.
Und davon gibt es leider viel zu viele.
Folgende Situation:

Der Laden ist so gut wie leer. Ein Kollege verräumt gerade Ware, ich stehe mit einem anderen Kollegen vorne an der Theke.
Ein Mann betritt den Laden und geht zielstrebig auf meinen Kollegen zu, da ich noch einen Kunden bediene, den ich aber gerade verabschiede.

Kunde: ‚Ich brauche zwei Druckerpatronen‘

Kollege: ‚Alles klar, welche Farben brauchen Sie denn?‘

‚Grün und Rot‘

Für alle, die das bis hier völlig normal finden, es gibt GENAU 3 verschiedene Druckerfarben (und Schwarz), Grün und Rot gehören nicht dazu.
Alle Druckerfarben werden aus den Grundtönen Cyan (eine Art Blau), Magenta (eine Art Rot), Yellow (Gelb) (und Schwarz) zusammengemischt.

Da natürlich so gut wie keiner kommt und Magenta und Cyan kauft, sondern Rot und Blau, bin ich in meinem jugendlichen Leichtsinn auch davon ausgegangen, dass der Herr sich versprochen hat. Ich mische mich also mit einem leichten lächeln ein:

‚Grün bekommen Sie hier aber nicht‘

(bestimmend) ‚Doch!‘

(Der Kollege ist inzwischen vom Tintenregal zurückgekehrt)

‚Da es Grün leider nicht als Tinte für Drucker gibt, kann ich Ihnen nur noch Blau oder Gelb anbieten‘

‚Nee, ich will Grün und das andere hier ist ja Magenta. Ich will Grün und Rot!‘

‚Tut mir leid, Grün und Rot gibt es leider nicht, die Farben werden aus den drei Grundfarben gemischt und Grün ist keine davon‘

‚Natürlich! Ich habe das doch auf Ihrer Homepage gesehen! Ich will Grün und Rot!‘

Damit ging er dann zu unserem Terminal (ein Computer der in jedem Laden steht und unsere Homepage aufgerufen hat) um nochmal selbst nachzuschauen.

Die anderen Kunden im Laden waren auch sichtlich amüsiert.
Als ich dann den Kollegen, der gerade mit einem Wagen voller Ware reinkam gefragt habe, ob diesmal die grünen Patronen gekommen sind, konnten sich einige das Lachen nicht mehr verkneifen.

Kurz darauf schallte es dann nochmal vom Terminal zu uns.
Der Mann hat nun buchstabiert, damit selbst wir es verstehen:
‚G-R-Ü-N und R-O-T‘

Nachdem er dann natürlich widererwarten auch in unserem Onlineshop nicht fündig wurde, hat er sich noch lauthals beschwert was für ein Scheißladen das hier ist, es natürlich grüne Patronen gibt und er nie wieder hierherkommen wird.

Na und? Schade!


Kopf ist Zahl

17. März 2010

Zugegeben, ich bin mir nicht sicher, ob das geschrieben und nicht miterlebt auch nur annähernd komisch ist (ich habe es auch nur kurz danach erzählt bekommen), aber wir haben sprichwörtlich auf dem Boden gelegen und für die nächsten Monate war das auch immer wieder ein großartiger Insider.

Also folgende Situation in meinem alten Job bei K&M.

Zwei Kollegen von mir stehen vorne am Tresen zur Kundenberatung. Einer von beiden war immer ziemlich ein bißchen verplant, das ist für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig.
Jeder von beiden hat einen Kunden und beide Kunden möchten zufällig GENAU die gleiche Grafikkarte (wer sich ein bißchen mit Hardware beschäftigt, weiß das es das gleiche Modell von sämtlichen Herstellern und auch in verschiedenen Varianten gibt, also eine nicht alltägliche Situation).
Beide Kollegen sehen also ‚aha, noch eine Karte auf Lager‘, sagen das dem jeweils glücklichen Kunden und treffen sich dann vor dem Regal mit den Grafikkarten.
Nachdem die Situation klar war, wurden die Kunden gefragt, was sie jetzt machen wollen.
Und wie jeder erwachsene Mensch, kamen sie auf die großartige Idee eine Münze zu werfen.

Das Ergebnis hat dann mein verplanter Kollege so erzählt.

‚Meine Kunde hat dann Zahl genommen und der von xxx Kopf.‘

‚Dann haben wir die Münze geworfen und es kam Kopf, also hat der andere gesagt, mein Kunde soll die Karte nehmen, er verliert ja sowieso immer‘

Darauf wir:

‚Aber wieso? Der Kunde von xxx hatte doch Kopf‘

Darauf viele Fragezeichen bei meinem Kollegen:

‚Aber Kopf ist doch Zahl!‘

Ja… ähm… ähh..


Die besten Kollegen

4. März 2010

An dieser Stelle mal wieder eine Geschichte aus meinem alten Leben.
Bevor ich mein Leben dem Flughafen gewidmet habe, habe ich nebenbei bei einem relativ großen Computerfachhandel gearbeitet, der sich K&M nennt.

Relativ einheitlich gestaltete sich dann auch die Antwort von Menschen, die weniger mit Computern zutun hatten, wenn ich ihnen erzählt habe wo ich arbeite

‚Was? Bei H&M?‘

Wie in allen meinen bisherigen Jobs (und dem aktuellen) konnte ich mich freuen fast ausschließlich tolle Kollegen und Chefs zu haben.

Einer hatte allerdings immer grandiose Sachen auf Lager.

Das äußerte sich nicht zuletzt darin, dass er oft vor Regalen in unserem Lager stand und offensichtlich was gesucht hat. Kam man dann vorbei und hat kurz nachgefragt, was er denn da schon 10 Minuten sucht, dann kam teilweise die Antwort

‚Hmm, das weiß ich ehrlichgesagt auch nicht mehr so genau‘

Einem Kunden hat er dann auch mal erzählt, dass er keine Abnahmeverpflichtung hat, wenn er bei uns die Sache vorbestellt, denn

‚die Sachen werden 3 Werktage für Sie gelagert und dann auf unsere Kosten entsorgt‘

Vielleicht kam dadurch teilweise das Minus bei Inventuren zustande… Wir Kollegen haben die Sachen zumindest nach 3 Werktagen nur wieder eingelagert.

Aber die großartigste Geschichte hat sich dann an einem Wochentag kurz nach der Zeitumstellung im Oktober abgespielt (eine Stunde zurück).
(Dazu muss man wissen, dass unser Ladenschluss 19Uhr ist und soweit es geht zu dem Zeitpunkt die Tür vorne abgeschlossen wird und nur noch Kunden herausgelassen werden)

Ich stehe vorne am Tresen, es ist ca. 18:20, Kollege kommt zu mir.

‚Sag mal, wieso hat eigentlich noch keiner die Tür abgeschlossen?‘

‚???‘

‚Wieso sollte das jemand tun?‘

‚Na, es ist doch Feierabend‘

‚Feierabend? Sind doch noch 40 Minuten!‘

‚Wieso das denn? Haben wir heute länger offen?‘

‚???‘

‚Nein, ganz normal bis 19Uhr, wir haben jetzt 18.20Uhr‘

Sein Blick reichte dann aus

‚Hast du vergessen deine Uhr umzustellen?‘

Das war dann auch der Fall und es warfen sich mir 2 Fragen auf:

– Ist das gut, wenn ein Mitarbeiter erst 20 Minuten nach dem vermeintlichen Ladenschluss fragt, wieso sich noch nichts tut? oder

– Ist das schlecht, dass ein Mitarbeiter seine Uhr nicht umstellen kann?