Umbrella, ella, eh, eh, äh?

11. März 2010

Eigentlich fing der Abend ja ganz schön an, wie immer war die Abendunterhaltung von Unterschichtenfernsehen geprägt, ich war kurz davor den DVD-Schrank zu durchsuchen, doch plötzlich sah ich die 3 unverkennbaren Buchstaben: VMA.
Früher waren die VideoMusicAwards immer durch vielfältige Genres, gute Musikvideos und interessante Auftritte positiv aufgefallen.
Um es kurz vorweg zu nehmen, ich habe es nicht lange ausgehalten. Um den Titel ‚Best Music Video of The Year‘ kämpfen inzwischen nicht mehr gut durchdachte und kreativ zum Text passende Videos, sondern ausschließlich(!) selbstdarstellerische HipHop und RnB Streifen.

Wie es also kommen musste, hat das am wenigsten schlechte Video gewonnen, vermutlich weil es bei den Juroren zur visuellen Reizüberflutung kam.
Na klar, man muss auch bedenken, je mehr Schnitte und tolle Effekte so ein Video hat, desto besser ist es. Wäre ja noch schöner, wenn man sich dazu jetzt noch eine Geschichte ausdenken muss.
Um also meine Meinung nicht nur auf Hörensagen und kurze Videoausschnitte stützen zu können, habe ich mir das Best Music Video of the Year und die Monster-Single of the Year (so ähnlich hieß glaub ich die Kategorie, die es früher wohl auch noch nicht gab) unter Qualen für Ohr und Auge nocheinmal komplett angeschaut.

Und, hatte ich gesagt, es würde nicht zum Text passen? Das ist natürlich richtig völliger Quatsch!
Die Hälfte des Videos wird völlig unmotiviert ein Schirm durch die Gegend gewirbelt und am Anfang und am Ende regnet es Funken… Da sag nochmal jemand, es werden sich keine Gedanken gemacht!
Die Quintessenz des Liedes (mach den Schirm auf, wenn es regnet!) wird im Video leider nicht hinreichend wiedergegeben, da der Schirm – sogar wenn es Funken vom Himmel regnet – geschlossen bleibt.
Aber naja, es ist ja auch ein Regenschirm und kein Funkenschirm.

Abschließend bleibt also festzuhalten, dass früher alles besser war und man sich auch auf die VMAs nicht mehr freuen muss.

Das wären meiner Meinung nach 2 Videos, die alle Kriterien für ein Video of the Year beinhalten:

Green Day – Walking Contradiction

Alien Ant Farm – These Days (für die Idee)

(Original veröffentlicht am 12. September 2007)

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Gestatten… Vollidiot!

7. März 2010

…zumindest nach der Definition vom selbsternannten ‚Moderator & Musiker‘ Robin Bade.

Eben dieser hat mit seiner über alle Maßen eloquenten Predigt vom vergangenen Freitag dem konsequenten Verdummungsprogramm von 9live das Sahnehäubchen aufgesetzt.

Wer schon beim grenzdebilen Max Schradin, dem schmierigen Thomas Schürmann, oder dem Rest der Moderatorenriege, die zum größten Teil ein Auffangbecken für gescheiterte Existenzen ist, am zweifeln war, ob man für Geld wirklich so seine Seele verkaufen sollte, weiß spätestens nach dem grandiosen Versuch Robin Baders 9live nach dem Lauenstein-Unfall (oder wie Bild es auch immer nennen würde) wieder zu rehabilitieren, dass bei manchen Menschen der Selbstdarstellungsdrang größer ist, als die Vernunft.

Bevor ich aber den ganzen Spaß durch zu viel Gerede schon im Vornherein zerstöre, hier Herr Dr. Bade bei seinem Vortrag über den karitativen Zweck von 9live:

(Da das Video nicht mehr online ist, hier ein Auszug davon)

Über eine Million Euro gehen hier Monat für Monat raus. (…) Und trotzdem versuchen es Leute schlechtzureden. Das geht nicht, liebe Zuschauer. Das geht nicht! Die Leute, die das hier schlechtreden wollen, sind dumm. So isses. Vollidioten. So sieht’s aus. Ernsthaft. Früher haben auch Vollidioten gemeint, die Welt ist eine Scheibe, aber meinten natürlich, sie wären im Recht. Bis dann einer kam, die Welt ist rund, und der wurde ausgelacht. Ja. Aber gut, mein Gott, was soll man machen, liebe Zuschauer. Was soll man machen? Ganz ehrlich: Wie willste mit nem Vollidioten reden? Ich weiß es nicht. Ich weiß es echt nicht. Was sollste da sagen? (…)

Rufen Sie mich jetzt an und holen Sie sich das Geld. Ich kann Sie bis zu einem gewissen Grad an die Hand nehmen. Und wir können zusammen den stolprigen Weg des Erfolges gehen. Aber den Griff an den Heiligen Gral, den müssen Sie alleine machen. (…)

Man kann alles im Leben schlecht reden, aber nicht 9Live. (…)

Ich weiß, dass 9Live wirklich funktioniert. Wenn Sie’s nicht erkennen, kann ich Ihnen nicht helfen. Will ich Ihnen auch gar nicht helfen. Weil, wenn man selber seinen Lebensweg so verhunzt, dann verhunzen Sie ihn halt, das ist mir egal. (…)

Ich hab’s satt, dass schlecht über 9Live geredet wird. Dafür gibt’s keinen Grund. Über mich redet sowieso keiner schlecht, weil sich gar keiner traut. Weil mich die Leute nämlich kennen. Da werden Sachen behauptet, noch und nöcher, und mit mir spricht keiner. Das ist unfassbar, liebe Zuschauer, da fasst man sich doch an den Kopf. Da diskutieren Leute, die wirklich keine Ahnung haben, und fragen nicht mal — es ist unfassbar. Da fass ich mir an den Kopf. (…)

Auf den Hot-Button hat niemand Einfluss. Und wer das behauptet, der lügt und hat keine Ahnung, glauben Sie mir. (…)

(Original veröffentlicht am 23. Mai 2007)


Das Stehenbleiben

6. März 2010

Obwohl das Stehenbleiben einen sehr großen Teil des täglichen Lebens ausmacht, bekommt es doch nicht die Aufmerksamkeit, die ihm zusteht.
Oder hat man schonmal was von ‚Den 10 lustigsten Stehenbleibern‘, ‚Wer wird Stehenbleiber‘, ‚Emergency Stehenbleiber‘ oder ‚Desperate Stehenbleibers‘ gehört?
Ich jedenfalls nicht!

Deshalb widme ich mich heute der Kunst des Stehenbleibens (in weiteren Folgen dann vielleicht auch den nicht weniger interessanten Künsten des Sitzenbleibens und Spazierengehens).

Der gemeine Stehenbleiber (homo lapidosus) tritt in verschiedenen Arten an die Außenwelt:

Die wohl verständlichste und nicht zu verurteilende Form des Stehenbleibers ist der ‚Scheiße mir ist da was im Gehen runtergefallen das muss ich jetzt schnell aufheben‘-Stehenbleiber.
Auch wenn man von ihm bisweilen überrascht wird, ist es doch nur zu verständlich, dass man das Handy mit den glitschigen Pranken wieder nicht festhalten konnte und jetzt die Einzelteile auf dem Boden zusammensuchen muss.

Etwas nerviger ist da schon der ‚Musste ich jetzt da rechts oder links? Ich guck mal eben auf dem Plan nach‘-Stehenbleiber.
Im Grunde mag man jetzt denken ‚Ja und? Soll er/sie/es jetzt nicht nachgucken und wohlmöglich falsch Laufen, nur weil dich das nervt?‘.
Ja! Natürlich nicht! Nur, muss er das auch nicht in der Mitte vom Bahnhof machen und dabei durch Zuhilfenahme der Deutschlandkarten-Megafaltversion und Gepäckstücken die ohnehin engen Wege noch klitzeklitzekleiner machen.

Eine meiner persönlichen Lieblingsformen ist der ‚da wo ich bin, da will ich sein, da quatscht mir auch kein and’rer rein‘-Stehenbleiber.
Dieser, wahrscheinlich durch eine Kindheit im Kohlekeller, geprägte Stil findet besonders häufig in öffentlichen Verkehrsmitteln und/oder den dazugehörigen Bahnsteigen/Bushaltestellen Anwendung.
Besonders schön sind die gemütlichen Sonntagstruppen von ehemaligen DDR Touristen, die es nun das erste mal nach 20 Jahren rüber geschafft haben und fröhlich quatschend den Weg genau bis zur beim-einfahrenden-Zug-bitte-hier-stehenbleiben-Linie (oder wie auch immer sie im Fachterminus heißen mag) blockieren.
Man nähert sich nun also mit seinem ALDI Rollkoffer, der weißgott nicht die leisesten Rollen hat, und nähert sich… und nähert sich… und ZACK, schon stehst du kurz vor der Gruppe, die sich nicht einen Millimeter bewegt hat und dich keines Blickes würdigt. Wenn man nun nicht geistesgegenwärtig (und wahrscheinlich am Rande der Legalität) die magische weiße Linie übertreten würde und mit seinem Koffer fast im Gleisbett landet, wäre die Katastrophe (bei Geschwindigkeiten von bis zu 5km/h) vorprogrammiert.

Kommen wir abschließend zu meiner persönlichen Nummer 1. Im Grunde das gleiche wie im vorigen Absatz, deshalb mache ich mir auch jetzt nicht die Mühe, dazu nochmal einen Namen zu erfinden (jaja, als hätte ich mir davor Mühe gemacht).
Also, folgende Situation: Es ist ein schöner Freitagabend, man hat sich gerade hübsch gemacht, um frisch zu sein, für das was alle Freitagabends machen… na? na? Richtig! Einkaufen gehen!
Man steuert nun also seine präferierte 4-Buchstabige Supermarktkette an, löst sich für ’ne Mark ’nen Euro einen feschen Einkaufswagen und ab geht die wilde Fahrt.
Nichtsahnend läuft man nun durch das Geschäft und sieht plötzlich die erste Schikane: Ein Super-Sonder-Niedrig-Preis-Angebots-Gemüse-Aufsteller-Kasten steht mitten im Weg… aber moment… er steht natürlich 1. nicht im Weg, sondern ist werbewirksam platziert (da haben so manche 5 Jahre für studiert um so eine schwerwiegende Entscheidung treffen zu können) und 2. nicht ‚mitten‘. Würde er in der Mitte stehen, würde die Schwierigkeit für die professionellen Stehenbleiber um 100% steigen. Da die große Stehenbleiberlobby aber anscheinend viel im Supermarktmarketingbereich zu sagen hat, steht er natürlich so, dass er nur von einer Seite mit dem Einkaufswagen passierbar ist.
Nun denkt man sich ‚Na klar, wenn jetzt jemand was tolles auf der anderen Seite sieht, wird er doch nicht seinen Wagen genau in der Gasse stehen lassen, dann kommt ja keiner mehr durch, so blöd kann doch keiner sein!‘ und hat auch gleich insgeheim den Lösungsvorschlag parat ‚auf der anderen Seite kommt ja sowieso keiner durch, da kann man ja den Wagen hinstellen und die 2 Meter rüberlaufen!‘ aaaaber wie eingangs schonmal erwähnt, fehlt bei vielen eben dieser Teil im Kopf, der es möglich macht Entscheidungen zu gewichten und da ist der kürzeste Weg zum Wagen nunmal der beste, wieso auch nicht?
Noch viel erschreckender ist aber zu sehen, dass die, die nun kurz vor dem goldenen Spirituosenregal den Weg versperrt bekommen haben, sich anscheinend nicht trauen, die Menschen auf Ihre Dummheit suboptimale Platzwahl hinzuweisen und lieber solange dahinter stehenbleiben (ha, was für eine Ironie) bis die Auswahl der schönsten Kartoffeln abgeschlossen ist und der Weg wieder freigemacht wird.

An alle die es bis hierhin durchgehalten haben erstmal einen Herzlichen Glückwunsch und an alle die Verhaltensmuster von sich darin entdeckt haben und diese nun ändern werden ein VIELEN VIELEN DANK!

(Original veröffentlicht am 20. Mai 2007)


‘Einmal das in rosa…

6. März 2010

…mit die Synapsen da bitte!‘ diese Worte sollten den meisten von uns kurz vor dem Klopfen an die Tür des Lebens über die Lippen gekommen sein.
Erschreckend ist allerdings immer wieder zu sehen, dass einige sich dazu nicht durchringen konnten und doch lieber ‚2 halbe Hahn mit’n Pils‘ bestellt haben und sich damit zu schlechteren Voraussetzungen im späteren Leben entschieden.

Aber wie so oft muss selbstverständlich nicht der Verursacher die ganze Chose ausbaden, sondern die, die vermeintlich alles richtig gemacht haben.

So wird man immer wieder mit Situationen im Leben konfrontiert in denen man denkt ‚Hä?‘ und sich fragt, if ob ‚the Answer to The Ultimate Question Of Life, the Universe and Everything (die Antwort auf die letzte Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest)‘ statt ’42‘ doch eher ‚der übrigen Menschheit den letzten Nerv rauben‘ ist.

Daher ist nun diese Kategorie entstanden und wird sich wahrscheinlich nach jedem Ausflug ins öffentliche Leben mit einer kleinen Anekdote füllen.

(Original veröffentlicht am 19. April 2007)


Trotz des nervigen Zwiebelfisches wohne ich nahe dem Industriegebiet

5. März 2010

Nachdem ich in den letzten Tagen die ersten Seiten des ersten Bastian Sick Buches (der Dativ ist dem Genitiv sein Tod) überflogen habe, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass ich scheinbar anscheinend doch (noch) nicht sämtliches Sprachwissen und -gefühl in mir vereinigt habe.

‚Nahe des Industriegebietes‘ hätte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn sicher als nicht verbesserungswürdig eingestuft.

Jemandem, der mir erzählt hätte, ich solle doch ‚trotz dem nicht vorhandenen suboptimalen Informationsgehalt‘ die BILD-Zeitung kaufen, hätte ich wohl die Lektüre der Deutschfibel Klasse 1 empfohlen.

Hätte, Hätte, Popätte… Denn das ist natürlich alles Quatsch. Auch wenn zweiteres über die Jahre durch konsequentes ignorieren des Dativs und dem Einsetzen des Genitivs heutzutage nach korrekter Grammatik nicht mehr zulässig ist, so war es früher völlig korrekt.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Sprache nie den ‚Standarts‘, den ‚währes‘ oder den ‚vorraus… äh.. sens, oder so‘ beugt.

Denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, aber sie stirbt!

(Original veröffentlicht am 19. April 2007)