Schweizer Banken

Nachdem ich ja nun hier nicht für umsonst arbeite, brauchte ich eine Lösung, die mich davon befreit, das Geld unter das Kopfkissen zu legen.

Von allen, die ich in der Schweiz kenne wurde mir direkt die Credit Suisse empfohlen (die auch Bank des Jahres wurde).
Da ich aber natürlich nie auf gute Ratschläge höre und gerne mal an der falschen Stelle nicht erwähnenswerte Summen sparen will, schaute ich mich selbst um.

Sieger im Bereich ‚ich bin am günstigsten für 3 Monate‘ war dann die ZKB (Zürcher Kantonalbank).

Also schnell mal hin, auch wenn die Filiale auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar war.
Der junge Herr am Empfang war auch sehr freundlich und engagiert, meinte aber ich bräuchte eine Anmeldebestätigung und da ich nichts bekommen habe geht es leider erstmal nicht, ich sollte mal warten ob ich Post bekomme.
Danach war ich dann bei der Personalabteilung, die mir sagte ‚Ja stimmt, wir müssen Sie anmelden, haben wir vergessen…‘

Irgendwann bekam ich dann eine Weiterleitung einer E-Mail, die als Anmeldebestätigung fungieren sollte und nach nochmaliger Rückfrage an die Personalabteilung auch für eine Kontoeröffnung ausreicht.

Also zurück zur ZKB!
Diesmal erwartete mich eine etwas ältere Frau, die Kundenorientierung wohl nach der 10. Klasse abgewählt hatte.
Das Schreiben, was ich hatte, war ihr im Grunde schonmal ziemlich zuwider und da der heilige Anmeldungsschein nicht da war, schien da auch nichts zu funktionieren. (Da unterscheiden sich die Deutschen und die Schweizer nicht viel, Formular ist Formular!)
Trotzdem wurde das dann durch gefühlte 12 Telefonate und beäugen meiner anderen Unterlagen künstlich in die Länge gezogen.
Am Ende wurde dann nicht nur die fehlende heilige Anmeldebestätigung genannt, sondern auch der befristete Arbeitsvertrag als Grund vorgeschoben.
Nicht zuletzt machten sie sich dann komplett lächerlich, als sie meinte, dass es ginge, wenn ich 50.000 CHF mitbringen würde.
Ich dachte die Schweizer haben gerade damit zu kämpfen, dass große Geldsummen von deutschen unter fadenscheinigen Umständen hier angelegt werden, aber ein fehlendes Formular kann mal wohl auch einfach mit Geld umgehen.

Zweiter Versuch war dann die coop Bank, die mich auch sehr freundlich anrief und nach Mitteilung der Aufenthaltsdauer eher verhaltener wirkte.
Mir wurde gesagt, für 3 Monate würden sie kein Konto eröffnen.
Ich kam ihnen also entgegen und meinte, dass ich es auch weiterlaufen lassen würde, da ich vermutlich 2013 entgültig in der Schweiz wäre.
Nein, für 3 Monate würde man kein Konto eröffnen.

Nun gut, da ich inzwischen so oft während der eigentlichen Arbeitszeit unbezahlt weg war, habe ich sowieso nicht mehr mit viel Gehalt gerechnet, aber die Credit Suisse wollte ich dann doch noch ausprobieren.

Obwohl ich eine positive Antwort auf meine Mail bekommen habe, war ich nicht sehr optimistisch.
Aber wieder einmal wurde ich Lügen gestraft.
Mein Kundenberater war ein Berater aus dem Bilderbuch. Gepflegt, kundenorientiert, freundlich. 1a.
Und ganz unkompliziert hatte ich eine halbe Stunde später ein Konto.

Daraus lernen wir:
– Service muss man mit etwas mehr Geld bezahlen, aber es lohnt sich.
– Die ZKB und die coop Bank sind nicht sehr weitsichtig, da sie im Moment kein Geschäft sehen, aber in der Zukunft dadurch auch keinen Kunden in mir gewinnen werden.
– Die Credit Suisse ist zu Recht Bank des Jahres geworden und wird auch wieder meine Bank, falls ich dann mal endgültig hier bin.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: