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5. Dezember 2010

Nachdem ja meist von der ‚Servicewüste Deutschland‘ die Rede ist und häufig schlimme Geschäftspraktiken von Händlern und Herstellern am Stammtisch diskutiert werden, wollte ich aus gegebenem Anlass mal etwas zur Gewährleistung/Garantie schreiben.

Ich bin in der glücklichen Lage, dass noch nicht viele technische Geräte in meinem Besitz das Zeitliche gesegnet haben (zumindest nicht von denen, die bei der Übereignung neu waren). Gleichzeitig bin ich in der misslichen Lage relativ faul zu sein, weshalb das eine oder andere Gerät sicher seine gesetzliche Gewährleistungsfrist schleichend überschritten hat, während es defekt im Schrank lag (in der Küche steht im Moment ein Kandidat bei dem das ähnlich ist).

Repräsentativ möchte ich hier mal 3 Fälle vorstellen, in denen ich die Frist eingehalten habe.

1.) Netzteil (Eine der wenigen Geschichten, die sich im Nachhinein wohl eher als Fehler herauskristallisiert haben.):
Nachdem mein Computer etwas häufiger abgestürzt war als üblich, hatte ich mich auf die Fehlersuche gemacht und halbeindeutig mein BeQuiet Netzteil ausgemacht.
Die Spannungen, die auf bestimmten Leitungen anlagen, waren etwas zu niedrig, also Email geschrieben und ab zum Servicepartner des Herstellers.
Nach kurzer Zeit durfte ich dann ein nagelneues und deutlich besser dimensioniertes Netzteil in meinen Händen halten, das allerdings direkt nach dem ersten Anschalten komplett den Dienst verweigert hat.
Das war dann aber kurz vor Ende der Garantie und ich dachte mir ’na das war bestimmt nur die Sicherung im Netzteil, die kann ich auch selbst austauschen‘.
Leider habe ich bis heute die Sicherung im Netzteil nicht gefunden…

2.) Effektgerät:
Zur kurzen Erklärung, es war dieses Multieffektgerät für die E-gitarre, also ein kleiner Kasten den man zwischen Verstärker und Gitarre stöpselt und sich damit einige Pedale spart und leider auch viel Qualität.
Leider bekam das kleine Gerät nach einiger Zeit Alzheimer und konnte sich nach dem Ausschalten die voreingestellten Einstellungen nicht mehr merken.
Also, diesmal ab zum Händler.
Nach kurzer Zeit war dann eine Benachrichtigungskarte in meinem Briefkasten, dass ich mein Paket in der Gaststätte, die damals mit im Haus war, abholen könne.
Also auf in die Kneipe und Paket abholen. Ich hatte mit einem etwa schuhkartongroßen Paket gerechnet, die Wirtin zeigte allerdings auf eine kniehohe Kiste irgendwo in der Ecke.
Da offensichtlich eine Verwechslung vorliegen musste und ich mich schon gefreut habe, jetzt den LCD-Fernseher eines anderen zu haben um dann in 2 Tagen nochmal vorbeizukommen und mein Paket zu holen, hab ich das Paket einfach mal ganz selbstbewußt an mich genommen.
Das lebende Interieur der Kneipe meinte dann auch gleich ‚Jetzt musst du uns aber auch sagen was da drin ist‘.
Da ich das selber nicht so genau wußte sprach ich ‚Naja, der Karton den ich weggeschickt habe, war etwa 1/4 so groß und 25484 Mal leichter, deshalb keine Ahnung‘
Beim Auspacken habe ich dann herausgefunden, dass mir der Händler als Austausch statt eines Effektgerätes lieber gleich einen Verstärker mit integriertem Effektgerät geschickt hat, der etwa 200€ teurer ist.

3.) Kaffeemaschine:
Nachdem ich in letzter Zeit mit meiner Senseo nicht mehr so wirklich zufrieden war, habe ich mir eine Dolce Gusto zugelegt.
Da ich meine Senseo weitergeben wollte, aber nicht ganz so keimig wie sie nach fast 2 Jahren schon war, habe ich im Internet mal nach einer Anleitung zum Entkalken gesucht.
Dabei bin ich zufällig auf einen Foreneintrag gestoßen, in dem von einer Rückrufaktion von Senseo Maschinen zwischen ’06 und ’08 die Rede war (anscheinend großartig kommuniziert, da ich zu dieser Zeit NICHTS davon gehört habe).
Also direkt mal geschaut ob meine ins Raster fällt und tatsache, sie tat es. Der Fehler soll zwar nur bei 3 von einer Million Maschinen auftreten, aber warum nicht mal schauen, ob man vielleicht direkt eine Austauschmaschine bekommt, oder falls nicht, zumindest keine Angst haben muss, dass die Maschine irgendwann explodiert.
Also, wieder alles fertig gemacht, an den Servicepartner geschickt und zack, vor ein paar Tagen war eine nagelneue Maschine aus der neuen Serie im Briefkasten (naja.. ähm… die Abholkarte dafür).

Also, ich habe bis jetzt nur sehr gute Erfahrungen mit der Garantie- und/oder Gewährleistungsabwicklung von Herstellern/Händlern gemacht, chapeau liebe Servicewüste!

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Taxi!

3. Dezember 2010

Was für ein Tag war das gestern.

Wieder einmal für alle und besonders für die Bahn überraschend, wurde es im Dezember kalt.
Sogar Schnee gab es. Da es aber noch vor dem offiziellen Winteranfang war, hat sich anscheinend niemand größere Gedanken darüber gemacht, ob man vielleicht entsprechende Vorkehrungen treffen könnte. Es ist ja nicht so, dass das schonmal passiert wäre…

Nun musste ich gestern also Uni und Firmenweihnachtsfeier unter einen Hut bringen. Unter normalbedingungen hätte das ganze auch knapp funktioniert.
Dass es ein elender Tag werden würde, habe ich allerdings bereits gemerkt, als sich der Bus auf dem Weg nach Potsdam auf der Landstraße in eine lustige Autoschlange einreihen musste.
Der Anführer der Karavane hat maximale 30 km/h auf die Reihe bekommen und da haben sich natürlich gleich alle in den Windschatten gehängt.
Der Busfahrer war davon dann auch extrem begeistert und erzählte das seinem Lenkrad fortwährend.

Als ich dann auf dem Rückweg statt einer ca. zwei Stunden aus Potsdam nach Hause brauchte wurde alles relativ knapp, also hab ich nach einer U-Bahn etappe auf dem Weg zur Weihnachtsfeier auf Taxi umgesattelt.
Was ich mir dabei gedacht habe ist mir auch nicht ganz klar, denn mit dem Taxi dauerte es nochmal deutlich länger, da (wie der Kollege im Taxi auch meinte) ‚Berlin heute ein Stau‘ ist.
Als ich am Zoo in besagtes Taxi stieg, fiel mir auch auf, dass es heute nicht mehr einfach mit weiteren fahrten wird, denn andere Taxis standen an der sonst relativ vollen Halte nicht.

Nachdem wir dann mit der ersten Etappe der Feier fertig waren, brauchten wir 3 Taxis und haben irgendwie versucht den Funk anzurufen, leider war das extrem ergebnislos.
Also haben wir uns ins ewige Eis gewagt um mal freundlich die Straße lang zu winken.
Da standen wir dann auch an der Kreuzung am Görlitzer Platz und sahen viele schöne elfenbeinfarbige Autos an uns vorbeifahren, leider waren die nur vorne und hinten beleuchtet.
Dann war einem Teil von uns das Glück erstmal hold, nachdem ein Taxi direkt vor uns abgeladen hat und kurz darauf auch noch ein leeres die Kreuzung entlang kam.

Der letzt Rest (inkl. mir) hat dann noch ca. 10 Minuten dem Verkehrstreiben zugeschaut, bis eine Touristin, die gerade mit dem Taxi vorbeikam so nett war und mit reinzulassen, da ihr Ziel auf unserem Weg (Humboldthafen) lag.
Unser Fahrer hat dann direkt auch freundlich gefragt, ob er uns schon am Hbf rauslassen kann um einen der gefühlten 100 wartenden Fahrgäste direkt einladen zu können.
Die Frau, die das Taxi nach uns benutzen wollte, saß dann auch schon fast auf meinem Schoß als ich die Tür aufgemacht habe.

Auf der vorletzten Etappe brauchten wir dann nochmal 2 Taxis. Eins kam freundlicherweise direkt leer vorbeigefahren, das andere mussten wir am Hbf einfangen.

Als es dann nach Hause ging, war es auch wieder relativ witzig, an der Simon-Dach-Str. fahren ja extrem viele Taxis herum, deshalb hatten wir auch kurz nach dem verlassen der Lokalität das erste angehalten.
Die Kollegen stiegen dann mit Ziel Bohnsdorf ein, der Taxifahrer allerdings machte keinen Anstalten loszufahren.
Wir haben dann schon gescherzt ‚haha, die müssen bestimmt gleich wieder aussteigen‘. Doch dann fuhr er los, und hielt ca. 5m weiter wieder an und beide sind ausgestiegen.
Er musste den Wagen wohl in 45 Minuten abgeben und das wäre dann doch etwas weit geworden.
Der zweite Fahrer hat sie dann aber mitgenommen.

Wir haben dann nach kurzer Zeit auch noch jemanden gefunden und haben erstmal leise angefragt, ob ‚von hier über Steglitz nach Spandau und dann nach Brieselang‘ für ihn in Ordnung ist.
Er meinte dann noch ’na klar, so eine Strecke lehnt doch kein Taxifahrer ab!‘

War aber eine sehr angenehme, freundliche Fahrt, weshalb ich ihm die Tour auch sehr gegönnt habe. Bei mir zu Hause standen zumindest schonmal 44,60 auf der Uhr und dann ging es nochmal neu los nach Brieselang, also sollte das Endergebnis nicht allzu verkehrt gewesen sein.