Die Mongolen

28. Juni 2010

Nochmal eine Geschichte zu unseren liebsten Freunden.
Dadurch, dass die Hälfte der Reisenden nochmal Verwandschaft hier in Deutschland hat, die sie besuchen, ist zwar die Verständigung sehr einfach, sie sind aber trotzdem die Meister im Lügen.

Folgende Regel gibt es beim ‚Export über den Ladentisch‘. Wer die Ware ausführt, muss sie auch gekauft haben.
Das heißt Tante Trude aus Leipsch kann nicht schonmal die Sachen kaufen und Onkel Heinz aus Mombasa führt sie dann aus.

Normalerweise ist das natürlich schwer nachvollziehbar, wenn man nur einen Bon von einem Geschäft hat, da dort ja keine Angaben über den Käufer gemacht werden.

Anders ist das bei MediaSaturn. Wenn die große Din A4 Rechnung dabei ist, werden auch oft Angaben über den Käufer gemacht.
Zugegeben, das ist  ziemlich doof, weil die Mitarbeiter teilweise nicht über unsere Prozedere bescheid wissen und es dann natürlich einfacher ist den Namen und die Adresse des deutschen Begleiters, als die des ausländischen Touristen zu benutzen.

So war dann auch wieder jemand bei uns, bei dem der Ausführende (auf dem Formular) nicht mit dem Einkäufer übereingestimmt hat.
Ich habe das dann also abgelehnt und mitgeteilt, wie jetzt weiter verfahren werden kann (neue Rechnung holen etc. pp.).

Die Dame meinte dann aber, die Person, die auf der Rechnung steht, würde auch mitfliegen.
Da die Dame auf der Rechnung eine deutsche Adresse hatte (für die ganze Geschichte aber im Ausland leben müsste) kam mir das schon sehr seltsam vor.
Da unsere Kunden aber NIE lügen, sagte ich ihr also, dass sie dann nochmal zum Zoll müsse, um die Angaben auf dem FORMULAR zu ändern.
Ich habe sie dann nochmal explizit darauf hingewiesen, dass nicht die Daten auf der Rechnung geändert werden dürfen, sondern die auf dem Formular.

Einige Zeit später kam sie dann zurück:

‚Der Zoll hat gesagt, die brauchen das nicht mehr bestätigen, die haben die Ausfuhr ja schon bestätigt‘

‚Aber die Änderungen müssen ja bestätigt werden‘

‚Nee, die meinen das ist in Ordnung‘

‚Alles klar, dann gehen wir mal zusammen rüber‘

Als ich drüben war erfuhr ich dann, dass die Dame nicht nochmal drüben war, ich aber gesehen habe, dass sie das ganze schon auf der Rechnung geändert hatte.

‚Abgesehen davon, dass sie nicht nochmal hier waren, haben sie die Daten sowieso hier auf der Rechnung geändert, also hat sich das ganze erledigt‘

‚Aber Sie haben doch gesagt ich soll das ändern‘

‚Ich habe aber explizit gesagt auf dem Formular, die Dame fliegt doch heute auch oder?‘

‚Nein nein, die fliegt nicht‘

‚Sie haben mir aber vorhin noch gesagt, dass die Dame auch fliegt‘

(stammelnd) ‚Nein, habe ich nicht‘

Lügen haben kleine Augen!


Wo bin ich?

19. Juni 2010

Zugegeben, bei uns am Flughafen ist das alles nicht so einfach.

Im Gang, wo wir sitzen, gibt es neben uns auch noch die Gepäckaufbewahrung, die Gepäckermittlung und das Fundbüro, was gleichzeitig in der Gepäckaufbewahrung ist.
Die Sachen sind dann in der Regel noch so bescheuert benannt, dass es für Touristen nicht immer einfach ist, das richtige zu finden.

Was mir allerdings bis heute unbegreiflich ist, sind Menschen, die vor mir stehen und ihr Gepäck abholen wollen, was SIE SELBST in der Gepäckaufbewahrung hinterlegt haben.
Ich meine, die waren ja schonmal da, aber finden es nicht wieder.

Gerade standen dann wieder 2 deutschsprachige Touristen vor mir und fragten:

‚Wo ist denn bitte das Fundbüro?‘

‚Für Sachen, die Sie am Flughafen verloren haben, oder im Flugzeug?‘ (das sind auch wieder zwei Verschiedene Anlaufstationen)

‚Nee, was wir hier am Flughafen abgestellt haben‘

‚???‘

‚Damit das aufbewahrt wird‘

‚Ahh die Gepäckaufbewahrung, hier schräg gegenüber…‘

Ein Fundbüro? Für abgestellte Sachen? So warm ist es doch heute gar nicht…


Acom

18. Juni 2010

So, lange kam nichts neues, deshalb jetzt im Minutentakt.

Ich war gestern bei Acom. Für alle, denen das kein Begriff ist, Acom ist ein kleine Computerfilialenkette in Berlin mit 2 Filialen.

Dadurch, dass ich früher Aushilfsweise bei K&M gearbeitet habe, war mir der Name auch bekannt, da wir die Leute öfter dahin verwiesen haben, falls es irgendwas bei uns nicht gab.
Durch Kollegen habe ich dann auch erfahren, dass Acom irgendein perverses Aufzugsystem hat.
Jetzt habe ich es gesehen! Unten ist der Laden und dadrüber ist anscheinend das Lager und die Technik, das heißt jeder Scheiß muss erst mit nem Lastenaufzug runtergefahren werden.

Aber egal, ich hatte also den Auftrag 2 Laptoptaschen zu begutachten (ja, solche schweren in Entscheidungen darf ich für andere Menschen treffen). Zwei, weil ich mir beide vor Ort anschauen wollte und dann entscheiden, welche der beiden die bessere ist.

Nach 20 Minuten warten war ich an der Reihe und habe mein Anliegen vorgetragen.
Nach einem sehr sehr lustigen Witz über meinen Nachnamen (den ich noch NIE vorher gehört habe) war meine Bestellung auch schon gefunden.
Folgender Dialog entwickelte sich.

‚Ja, zwei Notebooktaschen, kommt dann gleich runter!‘

‚Alles klar, aber ich kann mir die vorher nochmal anschauen, oder? Weil ich nur eine von beiden nehmen möchte‘

(kurzes zögern und entsetzen und auf den Monitor schauen) ‚Ähm, aber das ist ja schon eine persönliche Bestellung, eigentlich geht das nicht, dann nur eine zu nehmen‘

‚Doch doch, das geht, ich hab das ja über das Internet bestellt, und da habe ich ein Widerrufsrecht, das heißt ich könnte auch keine nehmen.‘

‚Naja, wir schauen gleich mal, wenn die Taschen da sind, kleinen Augenblick‘

Bei uns (K&M) war das immer eine Sache von 2 Minuten. Wenn der Kunde eine Sache aus der Bestellung nicht wollte, haben wir die komplette Bestellung rausgenommen und ihm das verkauft, was er wollte und der Rest wurde eingelagert.
Da ich aber eine zivilrechtliche Grundausbildung hinter mir habe, wußte ich ja um meine Rechte und habe mir weiter keine Gedanken gemacht.

Nach einer gefühlten Stunde, waren dann die Sachen auch schon unten. ‚Mein‘ Berater hat die Sachen dann aus dem Aufzug geräumt und noch eine Weile liegen lassen, wahrscheinlich um mich noch ein wenig für meine unglaubliche Idee zu strafen.
Lustigerweise hat dann aber der andere Mitarbeiter, der wohl auf der Suche nach einem Switch war, 5 Minuten die Kiste untersucht in der eine der Taschen war um herauszufinden was das wohl ist.
Schlussendlich half ihm dann der Kollege.

Ich hatte auch schon Angst, er würde sich nicht trauen nachher bei mir die Kiste aufzumachen um mir die Tasche zu zeigen, aber die Angst war unbegründet.
Er hat dann mit einer unfassbaren Vorsicht – ich hatte kurz die Vermutung sie wäre mit Schwarzpulver gefüllt – diese Kiste aufgeschnitten.

‚So, ich nehm dann die hier‘ sprach ich

‚Alles klar, dann muss ich die nur nochmal hochschicken, damit die die Seriennummer löschen‘

Ohne Scheiß, das hat wieder 20 Minuten gedauert.

Um dann doch noch freundlich zu sein, habe ich mich für den Aufwand entschuldigt:

‚Tut mir leid, ich wußte nicht, dass das bei euch so ’ne Aktion ist, bei uns hat das immer nur 2 Minuten gedauert. Wir haben die dann einfach komplett rausgenommen und die andere wieder rein‘

‚Ja, aber das geht ja nicht, wir können die Tasche ja nicht wieder ins Nirvana schicken‘

‚Nee, aber ihr könnt sie ja einfach wieder einlagern‘

‚Ja, aber das ist ein Artikel der jetzt extra bestellt wurde, deshalb haben wir das ganze jetzt auf Kulanz gemacht‘

‚Nee nee, das war ja wie gesagt ein Internetgeschäft‘

‚Nein, sie sind ja jetzt hier im Laden‘

‚Ja, aber ich hab ja noch nichts gekauft, und bestellt habe ich übers Internet‘

‚Na gut, da gehe ich mit‘

Schön, dass er es am Ende verstanden hat, aber schade, dass es trotzdem ein fader Beigeschmack bleibt.
Dafür, dass ich da bestimmt über eine Stunde verbracht habe, nur um eine beschissene Tasche zu kaufen, war das dann doch nicht so toll, dass ich es je wiederholen möchte.

Das ist wohl auch der Grund, wieso die Leute so viel bei K&M einkaufen, obwohl das bei den meisten Sachen bei weitem nicht der günstigste Laden war/ist.
Aber wir haben uns nie so eingekackt!


Sie kennen sich ja gar nicht aus!

18. Juni 2010

Wie ich es immer liebe.

Menschen kommen in U-Bahnen, S-Bahnen, Strassenbahnen, Regionalbahnen, Bananen… oder die dazu passenden Stationen und stellen wild fragen in den Raum, bei denen sogar der BVG Server ins Nachdenken kommt.
Sollte dann keiner innerhalb von einer Minute alle möglichen Verbindungen inklusive Umsteigezeiten rezitieren, wird sich lautstark beschwert, dass sich ja heutzutage gar keiner mehr auskennt.

So auch heute geschehen.
Ich sitze am Hohenzollerndamm.
Da fährt die U3.
Mit beidem habe ich in 23 Jahren Berlin sehr selten Bekanntschaft gemacht.

Eine Oma kommt die Treppe runter und fragt einfach mal den U-Bahnhof (ich war leider der einzige dort) in welcher Richtung sie zur Berliner Str. kommt.
Ich dachte, Berliner Straße kenn ich, aber ich da fahren doch nur U9 und U7.
Egal, die Frau muss es ja wissen, also habe ich geantwortet, dass sie sich am besten mal die Tafeln anschauen soll, weil ich das auch nicht so genau weiß.
Das Gemurmel über die Unwissenheit aller Berliner, hab ich dann mal unkommentiert gelassen.

Die Frau ist dann natürlich Spichernstraße in die U9 umgestiegen, na DAS hätte ich auch gewußt!